Midnight Refuel beim Georges Festival 2026

Wie Dunkelheit, künstliches Licht und Langzeitbelichtungen unsere Wahrnehmung alltäglicher Architektur verändern

Ich freue mich sehr, dass ausgewählte Fotografien aus meiner Serie Midnight Refuel vom 23. September bis 11. Oktober 2026 beim Georges Festival in Rennes, Frankreich, ausgestellt werden. Das diesjährige Festival beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Architektur und Nacht – einem Thema, das sich unmittelbar mit meiner Arbeit während unzähliger Nächte im Süden Spaniens verbindet.

Wenn Architektur sich nach Einbruch der Dunkelheit verändert

Tagsüber sind die Tankstellen, die ich für Midnight Refuel fotografiere, funktionale, beinahe alltägliche Orte. Nachts verändert sich ihr Charakter vollkommen. Sobald Verkehr und Bewegung verschwinden, werden sie zu einsamen Inseln aus künstlichem Licht inmitten der Dunkelheit.

Genau diese Transformation steht im Mittelpunkt von Midnight Refuel. Langzeitbelichtungen machen Details sichtbar, die auf den ersten Blick verborgen bleiben. Hell erleuchtete Innenräume, leere Tankflächen, Nebel am Horizont und die Dunkelheit der umgebenden Landschaft verschmelzen zu Szenen irgendwo zwischen Architekturdokumentation und filmischer Fiktion.

Dieser Dialog zwischen gebauter Umwelt und Dunkelheit macht das Georges Festival für mich zu einem besonders passenden Kontext für die Serie. Nacht ist schließlich mehr als die bloße Abwesenheit von Tageslicht. Sie verändert unsere Wahrnehmung von Architektur – während die Architektur selbst durch Licht, Nutzung und Infrastruktur wiederum die Nacht prägt.

Fotografieren in der Nacht

Nachtfotografie verlangt eine andere Herangehensweise als klassische Architekturfotografie. Eine der größten Herausforderungen ist der enorme Kontrast zwischen hell erleuchteten Innenräumen und einer Umgebung, die beinahe vollständig in Dunkelheit verschwindet.

Für Midnight Refuel warte ich deshalb, bis kein Fahrzeug mehr im Bild zu sehen ist, und nehme anschließend eine Serie unterschiedlicher Belichtungen auf. So kann ich den gesamten Dynamikumfang der Szenerie festhalten – von den hellsten künstlichen Lichtquellen bis zu den feinsten Strukturen in Landschaft, Wolken und Nebel am Horizont.

Erst in der Bildbearbeitung füge ich diese Informationen zu einem finalen Bild zusammen. Dabei möchte ich die besondere Stille bewahren, die ich vor Ort erlebe, und gleichzeitig Details sichtbar machen, die in einer einzelnen Aufnahme verloren gehen würden.

Die gesamte Serie fotografiere ich ausschließlich mit einer Hasselblad X2D und dem XCD 38V.

La nuit pour matière

Umso mehr freue ich mich, dass Midnight Refuel nun Teil der Ausstellung La nuit pour matière beim Georges Festival wird und dort auf weitere Perspektiven darauf trifft, was mit Architektur geschieht, wenn das Tageslicht verschwindet.

Das Festival verbindet Architektur mit Fotografie, Film, Installationen, Gesprächen und weiteren Disziplinen. Für mich ist es eine spannende Gelegenheit, Bilder, die während einsamer Nächte in Andalusien entstanden sind, in einen größeren Diskurs über Architektur, Licht und Dunkelheit einzubringen.

Ausgewählte Arbeiten aus Midnight Refuel sind vom 23. September bis 11. Oktober 2026 in der 6 Place de Bretagne in Rennes, Frankreich, zu sehen.

Solltest du die Ausstellung besuchen, würde ich mich sehr freuen zu erfahren, wie du die Arbeiten vor Ort und als großformatige Prints erlebst. Teile deine Eindrücke gerne mit mir auf Instagram oder verlinke mich in deinen Bildern.

Ausstellung: La nuit pour matière
Festival: Georges Festival
Ort: 6 Place de Bretagne, Rennes, Frankreich
Zeitraum: 23. September – 11. Oktober 2026

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Auf der Suche nach einer Stillen Nacht