Ort Hochgurgl, Österreich Architekt Michael Brötz Fertigstellung 2015 Gebaut 10 Mio. €

Die Hochalpenstraße über das Timmelsjoch gehört zu den schönsten Fahrten durch die Alpen. Die Auffahrt überspannt die Grenze zwischen Nord- und Südtirol und bietet von allen Seiten weite Ausblicke. Wenn Sie die Hochalpenstraße befahren – egal ob aus Italien oder dem Ötztal – stoßen Sie bald auf einen einladenden Mautplatz, der Sie durch seine Form zu „umarmen“ scheint. Schnell wird klar, dass dieses moderne Stück alpiner Architektur aber noch viel mehr ist!

Timmelsjoch Crosspoint ist ein Gebäude mit vielen Funktionen. Es ist Teil einer alpinen Mautstation, einer Gondelstation, eines Restaurants und eines Bergmotorradmuseums. Architekt Michael Brötz erzählte mir, dass alle Funktionen von Crosspoint sowohl die größte Schwierigkeit hinter seinem Design als auch seine größte Stärke waren. „Mir war es generell wichtig, eine Architektur zu schaffen, die trotz ihrer Größe und Modernität einladend wirkt und Wärme und Geborgenheit ausstrahlt“, sagt Brötz.

Dem Alpenwetter für stimmungsvolle Bilder trotzen

Mein Ziel beim Fotografieren dieses unglaublichen Gebäudes war es, dem Betrachter einen Überblick über die Architektur und ihre Umgebung zu geben und gleichzeitig die vielen maßgeschneiderten Details zu zelebrieren, die in der gesamten Struktur zu finden sind. Das Crosspoint ist eine wunderbare Kombination aus geschwungenen Linien, natürlichen Materialien und fließenden Übergängen.

Wie bei den meisten anderen modernen alpinen Architekturprojekten, die ich in meiner Karriere fotografiert habe, war die größte Schwierigkeit bei der Planung dieses Shootings das Wetter. Tage mit starkem Wind und Regen trieben ein Wolkenmeer über die Bergkette. Das brachte ein dramatisches Element in die Bilder, welches ich voll auskostete. Andererseits ließ es einige der Bilder kontrastlos und flach erscheinen. Um dem entgegenzuwirken, entschloss ich mich, The Crosspoint am frühen Abend zu fotografieren, was eine dezente Beleuchtung und weniger Verkehr bedeutete.

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Nachbearbeitung mit Fokus auf den Dynamikumfang

Eine große Herausforderung, auf die ich beim Fotografieren des Timmelsjoch Crosspoints stieß, war der starke Kontrast zwischen dem Blick aus den Fenstern und den sehr dunklen Motorrädern, Böden und Deckenelementen. Um diese Diskrepanz zu überwinden, wusste ich, dass ich für jedes Bild eine Reihe von Belichtungsreihen aufnehmen musste. Dies gab mir die Möglichkeit, die richtigen Farbtöne aus jedem Bereich des Fotos auszuwählen und sie gezielt aufzuhellen oder abzudunkeln. Durch die Betonung des Lichts und der Farbe jedes lokalisierten Bereichs der Fotografien konnte ich während der gesamten Serie eine ausgewogene Belichtung und naturgetreue Farben erzielen.

Das komplexe Innere des Crosspoint fotografieren

Eine weitere Herausforderung für dieses Gebäude bestand darin, die Ordnung und den Fluss zu zeigen, den Architekt Michael Brötz mit seinem Entwurf so hart erarbeitet hat. Mir war es wichtig, meine Kompositionen sorgfältig so zu gestalten, so dass sie klare Linien von der Bildecke bis in die Mitte des Motivs beinhalten. So kann der Betrachter durch die unzähligen Motorräder, Motoren, Blöcke, Skier, Lampen und Informationstafeln geführt werden. Außerdem geben besonders helle Bildbereiche Fokuspunkte, auf die man sich konzentrieren kann und „leere“ Bereiche dürfen im Bild nicht fehlen, um wieder etwas Ruhe ins Durcheinander zu bringen. Der Betrachter ist so in der Lage, all diese Elemente subtil aufzunehmen und erhält gleichzeitig einen guten Überblick über die Form und Gestalt des Museums als Ganzes.

Ein Gefühl von Wärme und Komfort für Reisende

Das Crosspoint Timmelsjoch ist ein Paradies für Reisende auf der Hochalpenstraße.
Sein moderner Komfort und sein klares Design erinnern immer noch an die traditionelle Bergbauweise. Brötz erklärt, er setze auf „einen starken Einsatz von Holz als nachwachsenden Rohstoff“. Das holzverkleidete Interieur und das schöne Lichtdesign vermitteln ein Gefühl von schlichter Wärme und Geborgenheit – ein Konzept, das ich in diesen Fotografien darzustellen bestrebt war.

Das Herz und die Seele der Architekturfotografie

Mit großem Bedauern habe ich im Frühjahr 2021 gelesen, dass das Crosspoint fast bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Ein elektrischer Kurzschluss verursachte im Museum ein Feuer, das sich auf weite Teile des Hauses ausbreitete. In diesem Frühjahr machte sich der Architekt Michael Brötz an die Neugestaltung des Crosspoints und schloss die Bauarbeiten Ende November 2021 ab. Die Struktur ist jetzt wieder aufgebaut, aber viele der Exponate waren durch das Feuer dem Untergang geweiht.

Diese Bilderserie ist eines der letzten Zeugnisse des ursprünglichen Gebäudes und des Inhalts des Museums. Diese unglückliche Wahrheit unterstreicht die Bedeutung der Architekturfotografie, einer Disziplin, die verwendet wird, um die Leistungen dessen, was der Mensch auf dieser Erde entwerfen und bauen konnte, zu dokumentieren und zu feiern.

Ausrüstung

Kamera

Drohne

1. Objektiv
2. Objektiv
3. Objektiv

Stativ

Software

Canon EOS R.

DJI Mavic Pro 2

Canon TS-E 24mm f/3.5L II
Canon TS-E 50mm 1:2,8l MAKRO
Canon EF 16-35 mm 1:2,8 L II USM

Feisol CT-3441T Rapid

Capture One 21, Adobe Photoshop CC

Über das Shooting


Projektreihe: Modern Alpine Architecture
Stil: Architekturfotografie
Gebäude: Timmelsjoch Crosspoint
Ort: Hochgurgl, Österreich

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