Einhundertelf großformatige Luftbildaufnahmen von Dresden für eine Fotokunst-Serie. Was für eine spannende Herausforderung! „Bellevue – Dresden von oben“ ist als Fotokunststrecke im Auftrag des Bilderberg Bellevue Hotel Dresden entstanden. Das Hotel trägt seine wunderschöne Aussicht (la belle vue) über die Elbstadt schon im Namen. Hier schließt das Bildkonzept „Bellevue -Dresden von oben“ an. Über 100 Bildmotive begleiten den Hotelgast auf seiner Reise durch die Stadt, ohne dass er einen Fuß vor die Tür setzten muss. Bildunterschriften helfen dabei das Gesehene einzuordnen. Die Vogelperspektive der Fotografien lädt dazu ein, bekannte Orte und Architektur neu wahrzunehmen und auf Details zu achten, die man beim Stadtrundgang noch nie bemerkt hat.

Konzeption einer Hotel-Fotokunststrecke 

Als Katja Marocke, ihrerseits Interieurdesignerin, im Oktober 2019 auf mich zukam, stand vieles noch nicht fest. Im Rahmen der Interieur-Neugestaltung des Bellevue Hotels hatte Katja eine Herausforderung, die sie mit mir gemeinsam lösen wollte. In den Gängen des Dresdner Hotels gibt es über 100 Wartungsschächte, welche nicht sehr vorteilhaft im andernfalls hochwertigen Interieur wirken. Die Idee war es, mit einer Serie von Fotografien die Schächte zu überdecken und gleichzeitig den Raum der Gänge zu nutzen, um eine Bildgeschichte über die Stadt Dresden zu erzählen. 

In einem Brainstorming mit dem Team für Interieurdesign und dem General Manager des Hotels, spielten wir verschiedene Konzepte für die Kunststrecke durch. Die Abstraktion und der gleichzeitige Realismus der Drohnenaufnahmen wurde dabei schnell zum Favoriten. Aus der Ferne wirken die Luftbilder wie eine moderne Mischung aus Texturen und Farben. Im Vorbeigehen offenbaren sie jedoch einen intimen Einblick in den Dresdner Alltag.

Ein ungemeiner Vorteil einer eigens beauftragen Kunststrecke ist ihre Adaptabilität an das vorhandene Interieurkonzept. Die Hotelgänge des Bilderberger Bellevue sind geprägt von warmen Tönen wie der Holzvertäfelungen aus Kirschbaum, den kupferfarbenen Türschildern und einer cremigen Tapete. Unterbrochen wird die Farbstimmung lediglich vom neutral grauen Teppich.

Ziel ist es, dass sich die Bilder in das Interieur einbinden, aber gleichzeitig auch als Blickfang wirken. In den Bildern der Bellevue-Serie spiegeln deshalb vorrangig gedeckte Gelb- und Rottöne mit neutralen Grauflächen die Farben des Raumes wieder. Unterbrochen wird die Farbkomposition durch kleine Akzente intensiven Blaus und dezent bläuliche Schatten. Um diesen Stil nicht mit den Grüntönen belaubter Bäume zu unterbrechen, haben wir uns auf eine Aufnahme im späten Winter geeinigt.

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„Die finale Bilderserie zeigt Dresden aus einer ganz neuen Perspektive, bei der selbst so mancher „Einheimischer“ wie ich lange überlegen muss wo das Bild entstanden ist. Dieser Blick macht neugierig und zeigt die städtische Architektur aus einem ganz anderen Blickwinkel. Die Bilderserie rundet unser Gesamtprojekt der Zimmerrenovierung nicht nur ab, sondern wertet dieses einzigartig auf. Die Serie macht den Weg zum Zimmer zu einem eigenen, ganz besonderen Erlebnis. Wir als Bellevue Hotel sind schon lange Teil der Stadtgeschichte und des Stadtbildes. Ich bin stolz darauf, dass die Stadt nun auch Teil von uns ist. Und das in einer vollkommen neuen Weise.“ – Sebastian Klink (General Manager des Bilderberger Bellevue Hotel Dresden)

Die 111 Kunstdrucke in den Gängen des Hotels haben neben der optischen Aufwertung der Flure noch eine zweite Aufgabe. Sie verdecken über 100 Wartungsschächte in den Wänden. Außerdem helfen die Bilder im Bereich der Liftlandings bei der Orientierung im Haus. Jeder Aufhängeort verlangt dabei nach speziellen Formaten. In den Gängen wechseln sich 1:2 mit 1:1 Formaten in Größen zwischen 100cm und 150cm ab. Die Liftlandings verfügen bereits über Stuckrahmen, in welche die Bilder in einem besonders langen 1:3 Format maßgeschneidert eingesetzt werden.

Planung der Luftbildaufnahmen

Die richtigen Motive für eine so große Fotoserie zu finden und die Aufnahme rechtssicher vorzubereiten war die größte Herausforderung bei dieser Fotoproduktion. Die Planungsphase begann mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Bellevue Hotel und seinem Standort Dresden. Um Dresden als Stadt möglichst umfassend darzustellen, reichen ein paar schöne Bilder der Altstadt nicht aus. Mein Ziel war es, einen repräsentativen Bildpool aus den Kategorien Wohnen, Verkehr, Freizeit, Natur, Kultur und Industrie zu erstellen. Dresden repräsentiert für mich einen Mix aus Moderne und Historie und aus natürlichem und urbanem Raum. Dieses Konzept spiegelt sich auch im Bellevue Hotel wieder. Es besteht aus einem Alt- und Neubau und blickt südlich über wunderschöne Grünanlagen auf die Elbe. Im Norden kann man das quirlige Leben der Neustadt beobachten. Diese Welten sollten auch in den Bildern wieder auftauchen.

Es folgten zwei Wochen des digitalen Überfluges über Dresden auf Google Maps. Quadrant für Quadrant auf der Suche nach möglichen Motiven beeinflussten Komposition, führende Linien, Farben, Strukturen, Lichteinfall und viele weitere Punkte dabei jede Motivwahl. Mit der Unterstützung meiner Praktikantin Julia kamen auch einige Vogelperspektiven-Emojis auf die Liste. Ob das die Architekten damals schon bedacht hatten?

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Im nächsten Schritt sorgte ich in Abstimmung mit dem Ordnungsamt Dresden, den verschiedenen Grundstückseigentümern und der Landesluftfahrtbehörde für die entsprechenden Aufstiegs- und Fotogenehmigungen. Immerhin gab es auch einige sensible Bereiche, wie das Militärhistorische Museum oder die Stadtentwässerung Dresden, bei denen wir mit speziellen Auflagen arbeiten mussten. Am Ende resultierten alle Vorbereitungen in einer detaillierten Shot-List mit ca. 100 Aufnahmeorten, welche die Basis für die Fotoproduktion darstellte.

Drohnen-Produktion

Wie bei jedem meiner Shootings is es ein guter Plan, der den Erfolg der Fotoaufnahme trotz spontaner Herausforderungen sichert. Für die Aufnahme mit der Drohne hatten wir ein Zeitfenster von zwei Wochen ins Auge gefasst. Eigentlich mehr als genug Zeit für die fünf benötigten Aufnahmetage. Wechselhaftes Frühlingswetter, starker Wind und beginnende Einschränkungen durch Corona setzten uns jedoch ganz schön zu. Durch die genaue Zeitplanung der Shot-List konnte ich jedes gute Wetterfenster nutzen und die Aufnahme am Ende in vier Tagen ohne Vorfälle abschließen.

Das Ergebnis der 44 Aufstiege und ca. 100km Flugstrecke waren über 4.000 Aufnahmen von 311 unterschiedlichen Objekten. Die Auswahl der besten Motive viel schwer. Zum Einen waren der Hotelchef und die Interieurdesignerin von den meisten Motiven begeistert und taten sich schwer Motive abzuwählen. Zum Anderen mussten die Drohnenfotos nach Format, Inhalt und Farbe sortiert werden, um ein stimmiges Gesamtergebnis der Serie zu erzeugen.

Fotokunst richtig drucken

Im Druck konnte ich mich, wie immer, auf meinen langjährigen Partner Whitewall verlassen, der schon viele meiner Ausstellungen gedruckt hat und mir immer mit viel Expertise beratend zur Seite steht. Während der Bildbearbeitung habe ich mit Whitewall Musterdrucken sowohl ganze Motive, als auch 1:1 Detailausschnitte erhalten, an denen ich das Endergebnis der Bearbeitung angleichen konnte. Um Langlebigkeit und ein gutes Preis- Leistungsverhältnis unter einen Hut zu bekommen, haben wir uns für einen Direktdruck auf Alu-Dibond entschieden. Die bis zu zwei Quadratmeter großen Bilder sind mit einem schmalen, modernen ArtBox-Rahmen versehen, so dass Gäste und Bilder in den vielbesuchten Fluren des Hotels gut geschützt bleiben. In weniger als zwei Wochen lieferte Whitewall neun Paletten mit gut gesicherten Bildern. Mit Ankunft der Lieferung versammelte sich das Hotelpersonal erst einmal vor den Bildern und inspizierte fasziniert jedes Detail der wunderschönen Drucke. 

Mit dem von Whitewall empfohlenen Art-Hanger hingen die vielen Bilder in 1,5 Tagen über das ganze Hotel verteilt perfekt ausgerichtet an der Wand.

„Die größte Überraschung während der Produktion war für mich der wirklich beeindruckende Moment, in dem alle Bilder hingen und ich durch die Flure lief. Auch wenn die tolle Zusammenarbeit im Vorfeld das positive Ergebnis schon erahnen ließ, so war es doch ein Wow-Erlebnis!“ – Sebastian Klink (General Manager des Bilderberger Bellevue Hotel Dresden)

Mit dem Druck der Bilder als Fotokunst endet die Verwendung der Fotoserie aber noch nicht. Im nächsten Schritt wird die Verwendung der Fotografien für Kundengeschenke, den Hotelshop und Werbemittel geplant. Damit werden die Bilder zu einem wichtigen Bestandteil der Corporate Identity des Hotels.

Folgend sehen Sie die gesamte Fotoserie „Bellevue – Dresden von oben“ mit 111 Luftbildern, die einen besonderen Einblick in die Stadt Dresden geben.


Es ist ganz leicht „Hallo“ zu sagen!

Danke, dass Sie diesen Beitrag bis zum Ende gelesen haben. Es scheint, als hätten Sie Interesse an meinen Foto- oder Videoproduktionen. Vielleicht haben Sie ein paar Fragen, oder wollen einfach mal „Hallo“ sagen. Ich freue mich auf Sie!